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Wer keine Zeit für seine Gesundheit aufwendet,
wird eines Tages viel Zeit für seine Krankheiten aufwenden müssen

 
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Hallo, ich heisse Svenja, bin 16 Jahre alt und komme aus Attendorn im schönen Sauerland.

Meine Vorgeschichte
Ich wurde 1988 geboren und in dieser Zeit gab es die Ultraschalluntersuchung bei Babys schon, die sog. Hüftsonographie. Ich wurde auch einmal geschallt, und der damalige Kinderarzt meinte, es sei alles okay. Da haben meine Eltern auch nicht weiter nachgefragt. Es deutete auch alles daraufhin, dass alles in Ordnung ist, denn ich hatte kein auffälliges Gangbild oder dergleichen.

Meine Vergangenheit holt mich ein
Mit 14, also vor 2 Jahren, fingen die Schmerzen dann an. Erst hab ich geglaubt, dass ich mir nach dem Sport was gezerrt hab und bin, als das dann nach ein paar Wochen nicht weg war, zum Arzt gegangen. Der meinte das wäre eindeutig eine Zerrung und hat mir Salbe verschrieben, doch das wurd und wurd nicht besser und dann bin ich noch mal dahin.

Daraufhin wurde mir eine Ultraschall- und Reizstrombehandlung vorgeschlagen. Aber auch das half nicht, es wurde immer schlimmer. Dann zog sich der Schmerz bis ins Knie und ich bin wieder zu dem Arzt. Der schickte mich dann 2 Mal in die Röhre (Kernspin). Das einzige was ihm dazu einfiel, war, dass ich mich nicht so anstellen solle, das ging wieder weg, auf den Bildern wäre schliesslich auch nichts zu sehen.

Da hab ich gedacht, das kanns nicht sein, und hab die Behandlung abgebrochen. Danach war ich bei 2 Physiotherapeuten, und beide sind sofort auf Hüfte gekommen, Leistenschmerzen und nachher auch Knieschmerzen wären typisch dafür. Bin dann sofort ins Krankenhaus zur Orthopädischen Abteilung und dort wurde die Hüfte geröntgt - Diagnose: Hüftdysplasie bds. Das war im November 2003.

Daraufhin sagte mir der Arzt, es gäbe eine Klinik in Dortmund, die so was operieren würde, aber wenn ich seine Tochter wäre, würde er das auf keinen Fall erlauben, denn das wäre so ein grosser Eingriff mit so vielen Risiken… Genau das gleiche hörte ich von meinem Hausarzt. Aber auf die Frage, wie ich denn die Schmerzen wegbekommen kann, konnte mir auch keiner eine Antwort geben... Hab mir dann einen Termin im März in Dortmund bei Prof. Dr. Katthagen geben lassen.

Städtische Kliniken Dortmund
Und der meinte, das müsse operiert werden, anders würde ich die Schmerzen nicht los und die Gefahr, dass das Gelenk verschleisst, nähme auch zu. Ich hatte riesengrosses Glück, denn er gab mir ohne lang zu zögern einen OP-Termin für den 9. Juni diesen Jahres. Also in etwa 3 Monaten. Das musste ich erstmal verdauen.

Um mir ganz sicher zu sein, habe ich mir noch einen Termin in dem Grönemeyer-Institut in Witten/Herdecke geben lassen, weil das eine Klinik ist, die nicht operiert und ich deren Meinung hören wollte. Manchmal raten einem die Ärzte zu einer OP, obwohl es vielleicht noch andere Möglichkeiten gibt, nur um Geld zu verdienen. Also noch eine zweite Meinung von einer nicht operierenden Klinik. Aber auch die meinten, dass das gemacht werden muss...

3fach Beckenosteotomie nach Tönnis:
Wie gesagt, meinen OP-Termin habe ich innerhalb von 3 Monaten bekommen, und in dieser Zeit musste ich dann 3 Mal in Hagen Eigenblut spenden. Hab vorher ein Eisenpräparat genommen, sodass mein HB-Wert bei 13,7 lag. Das Spenden fand ich überhaupt nicht schlimm, und obwohl ich ziemlich schlank bin, hat mir das vom Kreislauf her nichts ausgemacht. Hatte erst so eine Angst davor.

Am 8.6. kam ich dann ins Krankenhaus auf die O4, es wurden erstmal die üblichen aufklärenden Gespräche geführt und am 9.6. wurde ich dann morgens um 7 in den OP gefahren. Ich hab mir einen rückenmarksnahen Schmerzkatheder setzen lassen, auch davor hatte ich Angst, hat aber nicht weh getan. Die OP hat 3 Stunden gedauert und dann kam ich bis 17h in den Aufwachraum. Danach wurde ich wieder auf Station verlegt.

Hab die ersten 4 Tage unheimlich viel geschlafen, wahrscheinlich durch die starken Schmerzmittel, die sich aber bewährt haben. Am 4. Tag postoperativ wurden dann die Drainagen gezogen, das hat mir ziemlich weh getan, ging aber auch vorbei. Am 5. Tag sollte ich dann aufstehen, ich schaffte es aber nur am Bett zu lehnen, wegen meinem Kreislauf. Aber danach ging es von Tag zu Tag bergauf und ich konnte bald über den Flur laufen und Treppen steigen. Am 13. Tag wurden die Fäden gezogen und 15 min später kam schon der Krankentransporter. Das war wenigstens mal etwas anderes, richtig aufregend.

Endlich Zuhause
Zu Hause hatten meine Eltern dann schon alles vorbereitet: Der Fernseher und Computer waren an meinem Spezialbett, die Toilettensitzerhöhung war da, also alles was ich brauchte. Nun hiess es noch 4 Wochen liegen. Die hab ich auch ganz gut überstanden mit viel fernsehen, lesen und Besuch. Jeden Tag war einer da und hat sich um mich gekümmert, mir irgendetwas mitgebracht etc. War also nicht nur negativ. Trotzdem war ich froh, als es soweit war mit der 6-Wochen-Kontrolle.

Wieder kam ein Krankentransporter um mich hier in das nächste Krankenhaus zu bringen. Bin dann da geröntgt worden und der Arzt, der mich da betreut hat, hat diese 3 fach Umstellung selber mal in Kiel gemacht und wusste daher Bescheid. Der hat sich dann die Bilder angeguckt und meinte, es sei alles so gut zusammengewachsen, dass ich sitzen dürfe.

Hab dann den Bescheid aus Dortmund gar nicht mehr abgewartet, die riefen auch erst 1,5 Wochen später an. Das war schon schön, wieder sitzen zu dürfen. Hab erstmal langsam angefangen und das dann immer mehr gesteigert. Ab dem Zeitpunkt ging es für mich steil bergauf. Ich hab nach 1 Woche kaum noch gelegen ausser in der Sonne, war shoppen, Freunde haben mich abgeholt zum Essen gehen. Mit der Zeit gewöhnt man sich an die Krücken und das Laufen geht dann ziemlich schnell und routiniert. Um was zu „transportieren“ hab ich mir einfach einen Rucksack genommen und da alles reingepackt. Das ging wunderbar. War sogar in der Zeit, wo ich noch voll entlasten musste, für 2 Wochen in Hamburg bei den Eltern meines Freundes, wo wir ziemlich viel unternommen haben. Sind einen Tag nach Schwerin gefahren und sind 5 Stunden durch die Stadt gelaufen, waren auf einer Vernissage, haben ein künstlerisches Wochenende mitgemacht. Also das geht alles wenn man will und tut vor allem der Psyche unheimlich gut. Man muss auch eine gesunde Einstellung zu der Operation haben. Wenn man sich nur selbst bemitleidet, dann geht alles viel langsamer rum und man wird depressiv. Ich hab nur gedacht „Von so was lässt du dich jetzt nicht unterkriegen“ und das hat ganz gut geholfen.

Dann war ich nach 12 Wochen wieder in Dortmund in der Ambulanz zum Röntgen und die waren sehr zufrieden. Konnte also anfangen mit Krankengymnastik und teilweiser Belastung. Die Vollbelastung kam immer näher, habe mich, wenn ich ehrlich bin, nicht so wirklich dran gehalten jede Woche 10kg mehr zu belasten, weil ich zwischendurch zu Hause immer schon etwas belastet habe. Aber das möchte ich hier keinem raten, hätte auch sehr schief gehen können.

War nach ca. 3 ˝ Monaten die Krücken los, hab dann noch 2 oder 3 Mal KG gemacht, aber mein Muskelaufbau war noch so gut, weil ich vor der OP jeden Tag Fahrrad gefahren bin, so dass ich mir das erspart habe. Ab da kann man sagen, dass ich wieder fit war. Habe halt nur keinen Sport gemacht. Konnte dann auch nach den Sommerferien wieder in die Schule gehen, zwar noch mit Krücken, aber das ging wunderbar. Hab mich sogar auf die Schule gefreut, weil ich 12 Wochen nicht da war und mir am Ende der Ferien doch ziemlich langweilig war.

Wie geht es mir heute?
Die Leistenschmerzen, die ich vorher hatte, sind komplett weg. Das ist echt super. Ich habe nur noch Probleme wenn ich sitze. Dann zieht ein Muskel im ganzen Bein und das kann schon mal recht unangenehm sein. Ist aber nichts im Vergleich zu vorher. Bin absolut zufrieden! Mein Gangbild ist super, kein Hinken, nichts.

Vor 1 ˝ Wochen war ich dann wieder zur Metallentfernung in Dortmund. Die gleichen Ärzte und Schwestern, alle immer noch so nett wie vor einem Jahr. Bin dienstags zur Aufnahme hin, wurde Mittwoch operiert und hatte gehofft, Donnerstag schon wieder raus zu kommen. Mittwochabend ging es mir super, ich habe gegessen, mir war nicht übel, ich konnte kurz aufstehen um zur Toilette zu gehen. Zwar noch mit Krücken, aber egal. Nun ja, aber die Ärzte wollten mich Donnerstag und Freitag noch nicht entlassen, sondern erst Samstag. Machte nichts, auf die paar Tage kam es nicht an.

Freitags kam dann der Krankengymnast und meinte, ich solle doch zur Hüftgymnastik kommen. Ich bin davon ausgegangen, dass das eine Einzelgymnastik ist, aber weit gefehlt: Es lagen 7 Leute in dem Raum, jeder hatte was ganz anderes; die einen waren frisch operiert, die anderen schon 2 Wochen da. Jeder musste dasselbe machen! Mir taten die Wunden eh schon weh, konnte weder auf der Seite geschweige denn am Bauch liegen und sollte genau das machen! Und dann noch das Becken ganz fest auf die Liege drücken. Dann das operierte Bein anheben!?

Nachher gings mir wirklich schlecht, mir tat alles so weh, dass ich kaum wusste von der Krankengymnastik zu mein Zimmer zu kommen. Anschliessend hatte ich auch mehr Probleme: Mir taten die Wunden mehr weh als vorher, ich konnte kaum gehen, denn das hat noch nachgeblutet und sich alles gestaut. Bin jetzt grün und blau an den Stellen, richtig dicke Blutergüsse, die eine Narbe ist noch ziemlich dick und war leicht entzündet, aber die Schmerzen lassen jetzt nach 1 Horrorwoche nach. Hatte mir das schon etwas lockerer vorgestellt, aber wenn man am wenigsten damit rechnet, passiert so was. Dienstag kommen dann die Fäden raus und ich hoffe, dass ich unter die ganze Sache dann einen Schlussstrich ziehen kann und dass jetzt, wo dass Metall draussen ist, auch die Schmerzen beim Sitzen nachlassen, und natürlich hoffe ich, dass die andere Seite nicht auch anfängt!

Wer Fragen hat, kann mir gerne mailen: SvenjaKlose@gmx.de
Svenja, 14.05.05




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