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Wer keine Zeit für seine Gesundheit aufwendet,
wird eines Tages viel Zeit für seine Krankheiten aufwenden müssen

 
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Hallo, ich heisse Alexandra und bin 34 Jahre alt.

Meine Vorgeschichte:
Meine Hüftdysplasie wurde erst vor vier Jahren festgestellt. Da mir immer häufiger die rechte Leistengegend weh tat, und ich kaum noch ohne starke Schmerzen aufstehen konnte, ging ich dann endlich einmal zu meinem Orthopäden. Dieser diagnostizierte jedoch nur eine Gelenkkopfentzündung, die mit Diclofenac zu behandeln sei.

Als meine Schmerzen jedoch nicht besser wurden und ich mittlerweile auch schon nachts kaum noch auf der rechten Seite liegen konnte, ging ich (3 Monate später) zu einem anderen Arzt. Dieser hat erst einmal mit einer sogenannten Beckenwaage festgestellt, dass ich damals völlig unterschiedlich lange Beine hatte. Nach kurzen drehen und bewegen der Beine waren sie dann erst einmal wieder gleich lang. Danach musste ich zum Röntgen. Das Ergebnis war für mich dann doch sehr niederschmetternd. Diagnose: beidseitige hochgradige Hüftdysplasie.

Verzweifelung:
Die ersten Gedanken, die mir in den Kopf schossen:

- kann ich weiter Handball spielen??
- kann ich je wieder Ski fahren??

Da ich ja auch besonders nach dem Handballspielen sehr starke Beschwerden hatte, bekam ich erst einmal Einlagen für meine Sportschuhe verschrieben. Diese trug ich dann auch brav ein paar Wochen, aber es wurde dadurch auch nicht besser. Also liess ich diesen Sport erst einmal bleiben. Ich versuchte es dann mit Fahrradfahren. Doch auch hier hatte ich gelegentlich nach dem Absteigen vom Rad Probleme überhaupt gerade zu gehen. Ich hatte immer das Gefühl irgend etwas wird in der Leiste eingeklemmt.

Orthopädische Klinik Wetter Volmarstein:
Ich holte mir einen Termin in der Orthopädischen Klinik Wetter Volmarstein, da ich dort auch schon bereits zweimal am Fuss operiert wurde und sehr zufrieden mit den Ärzten und Schwestern, und vor allen Dingen mit den Ergebnissen war. Dort wurde noch einmal eine Röntgenaufnahme gemacht, dieses Mal jedoch von der Seite. Denn da wurde noch deutlicher, dass die Überdachung des Gelenkkopfes nach vorne hin auch nicht ausreichend war. Ausserdem wurde nach einer Ultraschalluntersuchung Wasser im Gelenk festgestellt. Zu guter Letzt bekam ich noch ein Betäubungsmittel direkt in die Leiste gespritzt. Danach musste ich alle Bewegungen durchführen, die mir eigentlich Schmerzen bereiteten. So konnte der Arzt erkennen, ob die Beschwerden von der Hüfte her kamen oder nicht. Nach all diesen Untersuchungen kam man dann zu dem Entschluss, dass mir nur noch eine OP helfen würde. Und dies sollte die sogenannte 3fach Beckenosteotomie nach Tönnis sein.

3fach Beckenosteotomie nach Tönnis:
Dies sagte mir zu dem Zeitpunkt natürlich gar nichts. Mir wurde dann aber schnell erklärt, dass das Becken an 3 Stellen auseinander gesägt wird und dann wieder so zusammengesetzt würde, dass der Gelenkkopf nun richtig überdacht wird. Ausserdem müsste ich dadurch dass die OP sehr blutig sei eine Eigenblutspende leisten. Der Arzt sagte damals zu mir, dass man sich ca. 3 Monate lang an Gehhilfen bewegen müsste, auf Näheres ist er nicht eingegangen...
Meinen OP Termin bekam ich relativ schnell. Ich brauchte nur 8 Wochen darauf warten. Und so musste ich zusehen, wie ich die Termine der Eigenblutspende und einen 2 wöchigen Sommerurlaub noch in dieser Zeit realisieren konnte, denn ich wollte so schnell wie möglich alles hinter mich bekommen, um schnell wieder fit zu sein.

Nun war der Tag X da und ich musste mich im Krankenhaus einfinden. Bis dahin war ich noch relativ gelassen, da es ja auch nicht mein erster Krankenhausaufenthalt war und ich die Station mit den Ärzten und Schwestern bereits kannte. Mir wurde auch noch einmal ganz genau erklärt, was man mit mir so anstellen würde und das ich den Tag nach der OP auf der Intensivstation bleiben müsste - das wäre halt normal bei solchen Eingriffen. Diese Aussage beunruhigte mich ehrlich gesagt ein wenig. Intensivstation hört sich so kritisch an, fand ich.

Ich wurde dann am nächsten Tag, den 03.07.2002 gegen 11 Uhr operiert. Nach fast 4 Stunden war es vollbracht. Das mein Mann mich so gegen 17 Uhr besucht hatte, weiss ich schon gar nicht mehr, nur das ich doch sehr starke Schmerzen hatte, die aber am nächsten morgen schon gar nicht mehr so schlimm waren. Ich freute mich eigentlich nur auf die Verlegung auf mein Zimmer um mittags meine bestellte Dampfnudel mit Vanillesauce essen zu können. Sie hat übrigens super lecker geschmeckt.

Jetzt begann eigentlich die schlimmste Zeit für mich. Vorerst durfte ich weder aufstehen noch im Bett sitzen. Erst nach 10 Tagen in der Waagerechten durften meine Beine den Boden berühren. Unter Anleitung einer Krankengymnastin wurde mir beigebracht, wie ich fast liegend aus dem Bett kam. Da ich nun von Natur aus einen doch eher niedrigen Blutdruck habe, schoss mir das Blut auch direkt in die Beine und ich durfte mich erst einmal wieder hinlegen. Nach nochmaligem Versuch ging es dann aber schon besser und ich stand an meinen beiden Gehhilfen im Zimmer. Hurra!!

Nun wurden die ersten Schritte getan und es klappte auch ganz toll. Am Nachmittag als dann meine Eltern zu Besuch kamen, wollte ich ihnen natürlich zeigen was ich morgens gelernt hatte, und ging mit ihnen raus auf den Flur. Aber das hätte ich dann doch lieber nicht tun sollen, denn auf dem Rückweg ins Zimmer merkte ich bereits, wie mir immer schummriger wurde. Der Kreislauf brach zusammen, ich konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten. Zum Glück konnte mich meine Mutter irgendwie noch auffangen und die Schwestern rufen. Die Aufregung kann man sich vorstellen, denn dadurch dass die auseinandergesägten Knochen nur an der Stelle des Beckenkamms mit Schrauben fixiert waren und nicht auch an den übrigen Stellen, war die Gefahr jetzt sehr gross, dass sich etwas an den nicht verdrahteten Stellen verschoben hatte. Also, ab zum Röntgen - zum Glück war aber nichts passiert.

Endlich Zuhause
Nach 3 Wochen Krankenhausaufenthalt mit ersten Mobilisierungsmassnahmen (Krankengymnastik, Bewegungsbad, Lymphdrainage) kam dann der Entlassungstag. Zu Hause war alles hergerichtet. Unser Ehebett war mit Hilfe von Steinplatten aus dem Bauhaus um ca. 30 cm und die Toilette durch einen speziellen Sitz erhöht. Mit der Fahrt vom Krankenhaus nach Hause begannen jedoch schon die ersten Probleme. Wie sollte man bei einer Körpergrösse von 1,80 m liegend im Auto transportiert werden? Zum Glück hatte mein Vater ein grosses Auto mit viel Beinfreiheit auf der Beifahrerseite und so schafften wir es dann schliesslich doch mich irgendwie da hinein zu bekommen. Aber unbequem und anstrengend war es trotzdem. Zu Hause angekommen, ging es erst einmal wieder ins Bett, wobei nur das Kopfteil etwas hochgestellt werden durfte - und das fast 12 Wochen lang. Zwischendurch bekam ich leichte Krankengymnastik verschrieben, die ich auch zu Hause regelmässig absolvierte. Nach ca.10 Wochen durfte ich dann endlich mein Bein mit anfangs 10 kg belasten, und Woche für Woche um weitere 10 kg erhöhen. Danach bekam ich eine Reha verschrieben mit Krankengymnastik, Bewegungsbädern und Geräteübungen. Ich kann nur sagen, dass mich das sehr weit nach vorne gebracht hat.

Insgesamt war ich 7 Monate arbeitsunfähig. Dadurch das ich aber so schnell wie möglich wieder fit werden wollte und auch immer schön brav meine Übungen gemacht habe konnte ich tatsächlich nach insgesamt 8 Monaten wieder auf den Skiern stehen und die Berge runterdüsen. Nach einem Jahr wurden mir die Drähte wieder entfernt. Dafür musste ich dann noch einmal für 3 Tage ins Krankenhaus.

Wie geht es mir heute?
Heute geht es mir sehr gut. Ich habe insgesamt 3 Narben, eine am Sitzbein am Po, eine am Schambein und die längste befindet sich direkt am Beckenkamm. Das Handballspielen habe ich natürlich an den Nagel hängen müssen, aber ab und zu ein wenig joggen und im Winter 1-2 mal Skifahren klappt wunderbar. An meinem Gangbild hat sich soweit auch nichts verändert.

Fazit
Aufgrund der Tatsache, dass es mir heute gut geht, würde ich mich, wenn es mit meiner linken Hüfte auch so weit ist, ein zweites Mal operieren lassen. Natürlich auch in Wetter Volmarstein!

Jedoch kann ich nur jedem raten, der so eine Sache vor sich hat, die Pflege zu Hause zu regeln. Mein Glück war es, dass meine Eltern direkt nebenan wohnten und mich und meinen Mann tatkräftig unterstützen konnten. Denn wir hatten zu der Zeit ja auch noch einen Hund, der verpflegt werden musste. Ich hoffe das ich mit meinem Erfahrungsbericht die Angst vor diesem grossen Eingriff ein wenig mindern konnte und wünsche allen die das noch vor sich haben alles Gute und so viel Glück wie bei mir.

31.05.04, Alexandra Brechwald
Meine E-mail-Adresse:          
alexandra.brechwald@arcor.de







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